Der Goldpreis – Beginn oder Ende einer Rallye?
Allgemeines Umfeld
Während der letzten Monate hat es an den Rohstoffmärkten ebenso wie an den Aktienmärkten teils drastische Kursanstiege gegeben, wobei insbesondere auch der Edelmetallmarkt betroffen war. Auslöser für diese Preisexplosionen waren billiges Geld, welches in Form von finanziellen Rettungspaketen seitens der Regierungen zur Bekämpfung der Finanzkrise bereitgestellt wurde, ebenso wie Anlageflucht vieler Privatanleger aus unsicheren Papieren in die krisensichere Wertanlage Gold. Der Goldpreis tendiert nach wie vor nach oben und daran dürfte sich auch innerhalb der nächsten Monate kaum etwas ändern.
Was spricht für einen weiteren Preisanstieg?
Generell ist festzustellen, dass die weltweit verfügbaren Goldvorräte in Form von Münzen oder kleineren Goldbarren als sehr beschränkt gelten. Dieser Faktor stellt im Zusammenspiel mit der ungebremsten Nachfrage einen enormen Kurshebel dar. Die Goldminenbetreiber können zwar bisher unrentable Vorkommen wieder ausbeuten, doch sind die Fördermengen nicht in beliebigem Maße steigerbar. Ein weiterer Antriebsmotor in Richtung eines weiter steigenden Goldpreises ist der ebenfalls noch immer schwache US Dollar. Da Edelmetallkäufe in US Dollar getätigt werden, besteht hier durchaus weiteres Potential für eine Fortsetzung der Goldpreisrallye.
Soll man jetzt in Gold investieren?
Wie jeder Markt Zyklen aufweist, so bleibt auch der Edelmetallmarkt davon nicht verschont. Es ist nicht vorauszusehen, wie lange der Goldpreis noch ansteigen wird. Durchaus möglich wären Kursnotierungen von 2.000 oder gar 3.000 US-Dollar pro Feinunze (ca. 31,1 Gramm). Vielleicht auch noch mehr, doch dies ist reine Spekulation. Ein Blick auf den Platin-Chart jedoch zeigt, dass auch eine große Gefahr in übermäßigen Kursanstiegen liegt. Der dortige Kurseinbruch ist markant nach Phasen übertriebener Anstiege und kann das Gold ebenso jederzeit heimsuchen. Sobald sich die Zinspolitik der Zentralbanken ändert, der US-Dollar wieder fester tendiert und kein billiges Geld mehr die Märkte überschwemmt, wird der Weg frei für eine Konsolidierung. Falls dann auch die Zentralbanken Teile ihrer Goldreserven verkaufen, wird die Situation bedenklich und gefährlich.